Eine Studie der Universidad de Las Palmas zeigt einen besorgniserregenden Anstieg des Meeresspiegels um die Kanaren. In drei Jahrzehnten stieg das Wasser bereits um zehn Zentimeter – bis 2050 werden weitere 36-40 Zentimeter erwartet.
Das Forschungsteam des Instituto Universitario de Oceanografía y Cambio Global (Iocag) hat über einen Zeitraum von fast 30 Jahren die Entwicklung des Meeresspiegels rund um die Kanaren dokumentiert. Die in der Fachzeitschrift „Journal of Marine Science and Engineering“ veröffentlichten Ergebnisse zeichnen ein alarmierendes Bild: Zwischen Januar 1993 und Dezember 2022 stieg der Wasserspiegel kontinuierlich um durchschnittlich 3,5 Zentimeter jährlich.
Professor Antonio Martínez vom Physik-Department der ULPGC und sein Kollege Mikel Ibeas vom Iocag analysierten umfangreiche Datenmengen von Gezeitenmessern und Satelliten. Dabei entdeckten die Wissenschaftler interessante Zusammenhänge mit Meereswirbeln: Während zyklonische Wirbel, die gegen den Uhrzeigersinn rotieren, den Anstieg bremsen, verstärken antizyklonische Wirbel mit ihrer Uhrzeigersinn-Rotation das Phänomen zusätzlich.
Ein weiterer beunruhigender Faktor kommt hinzu: In beiden Inselhauptstädten sinkt der Boden ab. Diese sogenannte Subsidenz trägt mit zusätzlichen 0,5 bis 0,7 Millimetern pro Jahr zum relativen Meeresspiegelanstieg bei.
Die Zukunftsprojektionen der Forscher sind besorgniserregend. Ausgehend vom Referenzjahr 2005 könnte der Meeresspiegel in Santa Cruz de Tenerife bis 2050 im schlechtesten Fall um weitere 40 Zentimeter steigen. Für Las Palmas de Gran Canaria prognostizieren die Wissenschaftler einen Anstieg von 36 Zentimetern.
Diese Entwicklung bedroht die empfindlichen Strandökosysteme der Inseln massiv. Gleichzeitig stehen küstennahe Gebäude und Infrastruktur vor erheblichen Herausforderungen, da das steigende Wasser ihre Fundamente und Stabilität gefährdet.
Fakten
- Meeresspiegel stieg zwischen 1993-2022 um 10 Zentimeter (3,5 cm/Jahr)
- Prognose bis 2050: +40 cm in Santa Cruz, +36 cm in Las Palmas
- Bodensenkung verstärkt Anstieg um 0,5-0,7 mm jährlich
- Meereswirbel beeinflussen den Wasserspiegel unterschiedlich
- Bedrohung für Strände und küstennahe Infrastruktur
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell geprüft.